Frauentreff Neckarburken

 

 
Ökumenischer Frauentreff in Neckarburken
 
Als 1997 der Weltgebetstag mit seinen Vor- und Nachbereitungen vorbei war, hatten einige Frauen aus Neckarburken den Wunsch, sich weiterhin zu treffen. Wir luden eine bestehende Frauengruppe aus dem Nachbarort Dallau ein mit der Bitte, über sich zu berichten. Danach beschlossen wir, ein Treffen in unserem Ort zu organisieren für Frauen unterschiedlicher Konfessionen und Weltanschauungen.
 
Im darauffolgenden Jahr luden wir am Mittwoch, den 14. Januar 1998 um 20.00 Uhr zum ersten ökumenischen Frauentreff ins evangelische Gemeindehaus Neckarburken ein. In den ersten Jahren machten wir mit nebenstehendem Logo auf einem Plakatständer auf uns aufmerksam. Es setzt sich aus zwei Zeichen zusammen: Aus dem topographischen Zeichen für Kirche, das man von Landkarten kennt, und dem biologischen Zeichen für Frau. Das Frauenzeichen hat die Farbe violett, was auch die Farbe der Frauenbewegung und der evangelischen Kirche ist. Das Kirchenzeichen ist diagonal gelb gestreift. Mit dem Gelb, der Farbe der katholischen Kirche, weisen wir auf die Ökumene unserer Gruppe hin.

Von Anfang an wollten wir kein Treffen um des Treffens sein, sondern eine Gesprächsplattform für ethische und religiöse Themen. Zuerst waren wir zehn Frauen unterschiedlichen Alters, aus verschiedenen Konfessionen mit breitgefächerten Interessen. Das Faszinierende an der Gruppe war, dass wir trotz, oder gerade wegen unserer Unterschiedlichkeit so gut miteinander reden konnten und dass wir so zu jedem Thema neue Aspekte und Sichtweisen kennenlernten. Jede konnte Vorschläge einbringen, z.B. ein Thema nennen, das jemandem schon lange unter den Nägeln brannte, vielleicht Referenten/Innen einladen, die man schon einmal bei einer Veranstaltung gehört hatte. Wir waren auch eifrig im Erkunden unserer nahen und ferneren Umgebung.

Unterschiedliche Vorstellungen über Gesprächsinhalte und Aktivitäten und der Tod von zwei Teilnehmerinnen ließ die Gruppengröße schrumpfen. Heute sind wir ein „harter Kern“ von acht Frauen, jede mit offenen Augen und Ohren und mit ausreichend Neugier ausgestattet, um Bekanntes aus fremder und Unbekanntes aus vertrauter Sicht oder umgekehrt aufzunehmen. Diese monatlichen Treffen brauchen wir, denn wir haben festgestellt, dass wir in der gemeinsam verbrachten Zeit reicher wurden an Wissen, in Erkenntnis, im Glauben und nicht zuletzt im gegenseitigen Verstehen und in wohltuender Nähe.

Wir treffen uns weiterhin im evangelischen Gemeindehaus am zweiten Mittwoch jeden Monats.
 
Im Laufe der Zeit erhielten wir unter anderen:
  • eine Einführung in die Selbstverteidigung,
  • erfuhren etwas über die Hospizarbeit
  • über das Arbeitsfeld der Beauftragten für Chancengleichheit
  • meditierten auf unterschiedliche Weise
  • wanderten zu den hiesigen Orchideen-Wiesen,
  • sprachen über das Böse in uns und um uns herum
  • besichtigten die Notburga-Kapelle in Hochhausen
  • besuchten das Clarissen-Kloster in Limbach-Balsbach
  • fuhren zur Wirkungsstätte der Hildegard von Bingen
  • schauten genauer auf Frauen des Altes Testaments 
  • lachten beim Lach-Yoga
  • und erfuhren einiges über fremde Länder, die Einzelne von uns bereist hatten.
     
 
Über neue Gesichter freuen wir uns übrigens immer...
 
Hildgund Beichert & Gerda Lindenmaier